• Oachner Höfeweg: Von Bauernhof zu Bauernhof
    Wandern unterhalb des Südtiroler Schlerns...

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"Von Bauernhof zu Bauernhof" lautet beim "Oachner Höfeweg", einer Wanderung die unterhalb des Südtiroler Schlerns verläuft, das Motto. Klingt irgendwie gemütlich, perfekt zum Eingehen am Beginn eines Wanderurlaubs, denke ich. Aber dann bringen wir doch einige Höhenmeter zusammen...

Wir wollen es relaxt angehen, bevor wir die Gipfel der Dolomiten in Angriff nehmen, da klingt der Oachner Höfeweg genau richtig: Die Wanderung verläuft entlang alter Fuhr- und Gemeindewege, den sogenannten "Kirchsteigen", die gesäubert und zusammengeführt wurden. Es geht vorbei an schönen alten Höfen, durch eine abwechslungsreiche Landschaft, immer wieder warten tolle Aussichtspunkte auf die Wanderer - so weit die Info im Wanderfolder. Einen Tag später wissen wir: Da wurde nichts versprochen, was nicht gehalten wird...

Wir starten direkt vom Peternaderhof, wo wir wohnen - von dort sind es ca. 30 Gehminuten zum Schloss Prösels. Wer in Völs am Schlern startet, der muss mit ca. 1 Stunde Gehzeit zum Schloss rechnen. Ab hier ist der Weg immer mit "Oachner Höfeweg - St. Kathrein" ausgeschildert. Es geht entlang Wiesen und durch Wälder und schließlich vorbei an Apfelplantagen zum Zalterbühel. 

Vom Zalterbühel geht es kurz steil bergauf und wir passieren zwei besonders sehenswerte und alte Bauernhöfe: Den "Mitterpsenner (auch "Tommele Hof" genannt), ein wuchtiger spätmittelalterlicher Bau, der unter Denkmalschutz steht, und den "Unterpsenner", ebenfalls denkmalgeschützt. Ab hier reiht sich nun ein schöner Hof an den anderen: Wir kommen zunächst am "Gmoaner Hof" vorbei, mit herrlichem Ausblick auf Hammerwand, Tschafon und Rosengarten. Weiter geht es zum "Prackfoler Hof", der über einen originellen Bauernladen in Unteraicha verfügt.  

An steilen Weingärten und alten Steinmauern geht es nun entlang, wir lassen eine Steingeröllhalde links liegen und erreichen den "Gstatscher Hof". Hier beginnt ein besonders schönes Wegstück, wir kommen an üppigen Beerenfeldern vorbei und würden am liebsten ein wenig von den herrlichen Heidelbeeren naschen. Nun erreichen wir den Biolandhof "Außerperskoller", gleich danach wandern wir am "Innerperskoller" vorbei und werfen einen Blick auf die hübsche kleine Kapelle, die laut Inschrift auf dem Jahr 1736 stammt. Beim "Zoar" machen wir schließlich eine Pause, zwischen den Weinstöcken und mit Blick ins Tal bis nach Bozen schmeckt die Jause ganz besonders gut...

Ein Hof geht noch, es ist der "Fingerhof", im besten Sinne des Wortes ebenfalls steinalt und ebenfalls denkmalgeschützt. Nun geht es durch den Wald bergab und wir überqueren den Lausbach und zwar über eine elf Meter lange Hängebrücke und weil es Spaß macht über die wacklige Brücke zu laufen, machen wir es gleich drei Mal. Kaum haben wir diese hinter uns gebracht, geht es auch schon wieder bergauf, ein bisschen steil, aber der schöne Ausblick auf das Tierser Tal entschädigt dafür locker. 

Und dann schmerzen die Füsse, so ganz haben sie sich noch nicht an die Südtiroler Berge gewöhnt: Wir kürzen daher ab und wandern nicht mehr bis St. Kathrein, sondern gehen stattdessen entlang der Bundesstraße Richtung Völser Aicha, von wo wir mit dem Bus zurück nach Völs am Schlern fahren. Dann wartet nur mehr ein kurzer Weg zum Peternaderhof auf uns. Aber vorher geht es noch barfüßig in den eiskalten Bach... großartig, was für ein Gefühl! 

"Oachner Höfeweg" – die Wanderung auf einen Blick

Unsere Variante des "Oachner Höfewegs" vom Peternaderhof Richtung Völser Aicha war in rund 4 Stunden (reine Gehzeit) zu bewältigen, mit rund 600 Höhenmetern bergauf und rund 470 Höhenmetern bergab. Die offizielle Routenempfehlung von Schloss Prösels nach St. Kathrein sieht ebenfalls ca. 4 Stunden Gehzeit vor. Für jene, die nicht so lange unterwegs sein wollen, gibt es einige Möglichkeiten, den Weg abzukürzen bzw. an bestimmten Stellen ein- und auszusteigen. Am besten in der Tourismusinformation in Völs am Schlern erkundigen. 

Da diese Wanderung zumeist sonnige Abschnitte und wenige Waldstrecken aufweist, sollte man im Hochsommer rechtzeitig in der Früh aufbrechen und genügend Flüssigkeit dabei haben. Gutes Schuhwerk ist unbedingt notwendig, auch wenn es sich um keine schwierige oder hochalpine Wanderung handelt.

destination

Völs am Schlern (italienisch: Fiè allo Sciliar) ist eine Gemeinde in Südtirol, die sich über das Schlerngebiet vom Eisacktal zum Schlern erstreckt. Ebenfalls zur Gemeinde Völs gehört  ein großer Teil der  rechten Seite des Tierser Tales mit der Streusiedlung Völser Aicha. 

Der Schlern, ein Berg in den Südtiroler Dolomiten, verfügt mit seinen rund 2.500 Metern Höhe zwar über eine verhältnismäßig geringe Höhe, aber dennoch ist er so etwas wie das Wahrzeichen Südtirols – kann man ihn doch schon von weitem aufgrund seiner charakteristischen Form erkennen. Er ist auch namensgebend für die umliegende Gebirgsgruppe, die Schlerngruppe. Gleichsam zu Füssen liegt ihm die Seiser Alm, Europas größte Hochalm.