• Casa Brivio
    Mailand I Italien

Dezember 2025

Eigentlich hatten wir ja bereits ein Hotel gebucht für unsere vorweihnachtliche
Mailand-Reise. Aber dann bin ich bei meinen Recherchen zufällig noch über die Casa Brivio gestolpert.
Und dann war ganz schnell klar: Ich muss leider noch mal umbuchen…

Gesagt, getan. Denn bei der Casa Brivio leuchteten einfach zuviele „green flags“ vor meinem geistigen Auge auf, als ich die Hotel-Website studierte: Ein Gebäude mit langer Geschichte, das Mid Century-Design atmet, oder, um es genauer zu formulieren, „dem Geist des Mailänder Modernismus der Mitte des letzten Jahrhunderts gewidmet ist“. Und dessen Gestaltung noch dazu von den Werken der ikonischen italienischen Architekten dieser Zeit inspiriert wurde. Klingt fast zu gut um wahr zu sein – und daher drängte sich die Frage auf: Würde es unseren Erwartungen in der Realität standhalten?

Und dann stehen wir endlich an der Rezeption der Casa Brivio, an einem sonnig-kalten Dezembertag und die gelb-blauen Rhomben an der Decke der schmalen, langen Lobby leuchten bei diesem Licht gleich noch mehr. Sie sind übrigens eine Hommage an einen der berühmtesten Söhne Mailands, den Architekten Gio Ponti, wie auch die Boiserie an den Wänden des Empfangsbereichs. Darüber hinaus, so erzählt uns der junge und sehr freundliche Mitarbeiter, ist die Rezeption auch eine Hommage an die klassischen Mailänder Eingangsbereiche. Was mir, die so gerne den einen oder anderen Blick in die zumeist so eleganten Eingänge und prachtvollen Hinterhöfe in Mailands Zentrum wirft, sehr nachvollziehbar erscheint.

Was mir auch noch auffällt: Auf dem schönen hellen Terrazzoboden scheint die Sonne an diesem Tag geradezu zu tanzen. Und dann dürfen natürlich auch in Sachen Einrichtung Klassiker des Mid Century-Designs nicht fehlen: Da stehen zwei mit türkis-kobaltblauem Samt bezogene „Lady“-Sessel von Marco Zanuso und ein absoluter Designklassiker, der „Cicognino“-Beistelltisch von Franco Albini. 

Aber es ist Zeit unser Zimmer zu beziehen, denn wir haben nur drei Tage für Mailand eingeplant, und diese Zeit will maximal genutzt werden. In zwei Gebäuden aus den 1960er- und 1970er Jahren befinden sich die 16 Hotelzimmer bzw. Suiten. Ursprünglich war das Doppelgebäude als Palazzo im Renaissance-Stil des 15. Jahrhunderts erbaut worden, davon erahnt man heute jedoch nichts mehr. Berühmte Namen waren bei der Gestaltung der Gästezimmer im Spiel: Für das Interior Design zeichnet das bekannte Architektur- und Designbüro Matteo Thun & Partners in Zusammenarbeit mit dem bekannten Möbelhersteller Cassina, den es seit bereits fast 100 Jahren gibt, verantwortlich. Eine mehr als gelungene Kombination, wie das Resultat beweist.

Mailänder Mid Century-Wohnstil, zeitgemäß interpretiert
Wohnlich sollten die 16 individuell gestalteten Zimmer und Suiten sein, und den Mailänder Wohnstil der Mitte des 20. Jahrhunderts auf eine zeitgemäße Art interpretieren. Das ist die Prämisse, die für sämtliche Hotelzimmer der Casa Brivio gilt. Ich fühle mich sofort wohl in unserem rund 20 Quadratmeter großen Cozy Room, im zweiten Stock gelegen, mit Blick auf die ruhige Via Carlo Ottavio Cornaggia. Die im Raum vorherrschenden Farben haben mich sofort und wenn ich heute an unsere Tage in der Casa Brivio zurückdenke, dann denke ich vor allem in Farben: An die beruhigenden Petrolblau- und Smaragdgrün-Töne an den Wänden und am Bettoberteil, die je nach Tageslicht und Lichteinfall changieren, sowie der sanfte Terrakotta-Ton der Vorhänge. Auch wenn vielleicht auf den ersten Blick nicht schlüssig: Was für eine schöne Farbkombination, vor allem am Morgen, wenn das milchige Dezembermorgen-Licht durch die Fenster ins Zimmer flutet. Dazu der schöne Parkettboden im Fischgrät-Muster, und – meiner Meinung nach besonders wichtig in Hotelzimmern –, das schlau durchdachte Beleuchtungskonzept. Und dann sind es die kleinen Details, die mich zusätzlich überzeugen: Z. B. die schönen Türgriffe (namens Melanzana von Luigi Caccia Dominioni) sowie das geriffelte Glas der Badezimmertür, das das Licht so schön aufnimmt.

Für mich ist es mit der wichtigste Bestandteil eines Hotelzimmers: Das Bett. Entscheidet dieses doch darüber, ob ich gut ausgeschlafen und somit hervorragend gelaunt in den Besichtigungstag starte. Dieses hier erfüllt alle meine Erwartungen: Groß und mit einer wunderbaren Matratze ausgestattet, in die sich mein Rücken sofort verliebt. Und noch etwas ist mehr als positiv zu erwähnen in diesem Zimmer: Die Heizung. Denn sie kann man bestens regulieren, nicht zu kalt, aber auch nicht zu warm ist tagsüber wie auch in der Nacht – und das macht meinen Schlaf vollends perfekt.

Heutzutage eher ungewöhnlich, steht der Waschtisch – dafür aber ein richtig schickes Stück – in einem Eck des Raums, unmittelbar neben der Tür zum eigentlichen Badezimmer. Und dieses überzeugt mich auch, mit einer geräumigen Walk-in-Dusche, leicht zu bedienender Regenfalldusche und schönen dunkelgrauen Terrazzofliesen. Auch hier geben sich Modernität und Tradition stimmig die Hand.

Mit dem Gepäck und abends mit von 25.000 Schritten müden Beinen nehmen wir den Lift in den zweiten Stock, bergab geht es aber immer zu Fuß, über die wunderbare, originale Wendeltreppe aus weiß gekalktem Beton – perfekt ausgeleuchtet von Muranoglas-Leuchten. Und wäre es jetzt nicht Dezember und ziemlich kalt, dann würde ich wohl auch mal auf den Sitzgelegenheiten im Innenhof Platz nehmen und hier den Tag Revue passieren lassen…

Auch noch gut zu wissen: Die Casa Brivio ist zwar ein Hotel, Frühstück gibt es hier aber keines. Was kein Problem ist, gibt es doch in der nahen Umgebung genug Möglichkeiten für herrlichen Espresso und köstliches Süßes, z. B. im nahen und sehr lässigen Via Stampa (unbedigt reservieren, denn sehr beliebt!) oder in der Farini Bakery (köstliche Cornetti alla crema!!) nahe der Porta Ticinese und der Chiesa San Lorenzo .

Ebenso relaxed, wie man in der Casa Brivio wohnt, ist auch die Anreise: Vom Aeroporto Linate geht es mit der M4 direkt in die Mailänder Innenstadt – 10 Stationen und dann noch mal 5 Gehminuten zum Hotel. Entspannter geht es wirklich kaum. Damit ist auch schon fast gesagt, dass das Hotel sehr zentral gelegen ist, zwischen dem berühmten Torre Velasca und Le Colonne di San Lorenzo. In rund 12 Gehminuten haben wir den Dom erreicht – perfekt.

Interessanter side fact: Die Casa Brivio gehört den Brüdern Filippo und Alberico Brivio Sforza, ihre Familie ist seit fast 600 Jahren eng mit Mailand verbunden (was schon der Name Sforza verrät). Kein Wunder also, dass ihnen in ihrem Hotel Tradition gepaart mit Modernität so dermaßen gut gelungen ist. Unser Fazit: Man übernachtet sehr komfortabel in Zentrumsnähe und sehr herzlich willkommen geheißen und betreut wird man in der Casa Brivio auch. Eindeutig eine große Empfehlung…

Apropos: Jede Menge Tipps für eine tolle Zeit in Mailand gibt es hier am Blog natürlich auch, am besten hier in die Blogartikel-Serie zur Hauptstadt der Lombardei starten. Und natürlich isst und trinkt man in Mailand sehr gut, meine persönlichen Tipps dazu findet man in diesem Blog-Beitrag

Casa Brivio
www.casabrivio.com

Via Carlo Ottavio Cornaggia 12 I Milano, Italien
E-Mail: info@casabrivio.com


Auch dies ist ein unbeauftragter und unbezahler Blog-Beitrag und somit eine persönliche Empfehlung von Herzen.