Der Spaziergang durch die Gärten der Isola Bella geht weiter:
Barocke italienische Gartenkunst at its best, exakt angelegte Beete in Kombination mit üppig wuchernden (exotischen) Pflanzen, ein Genuss für Auge und Seele. Ich könnte hier jedenfalls ewig unterwegs sein, um diesen Barockgarten in all seinen Details zu entdecken... (Wer Teil 1 des Beitrags verpasst hat, hier geht´s genau dorthin.)
Übrigens, habe ich anfangs, als wir das Fährschiff verlassen haben, noch ein wenig innerlich gestöhnt angesichts der vielen Menschen, die sich zwischen den wenigen Häusern der Insel und den zu zahlreichen Souvenirständen durchschlängelten, so bin ich hier positiv überrascht: Denn in den Gärten verläuft es sich offensichtlich, oder aber viele lassen (unverständlicherweise) dieses kleine Gartenparadies außen vor. Wir sind jedenfalls streckenweise ganz alleine unterwegs auf den verschiedenen Garten-Terrassen.
Mein Gärtnerinnen-Herz hüpft bei unserem Rundgang durch die Gartenanlage angesichts der Pflanzenvielfalt: So viele Zitruspflanzen, eine Orangenallee (Viale degli Aranci), zart blühende Rosen, üppig blühender Hibiskus in so vielen Farbschattierungen, prächtige Hortensien, wuchernde Bananenstauden, exotische Pflanzen, deren Namen ich nicht kenne. Und noch vieles mehr. Und dann immer wieder, von den unterschiedlichsten Terrassen aus, dieser berauschend schöne Blick über die Gärten hinweg auf den blau-glitzernden See, die Uferlandschaften und die imposanten Berge in der Ferne. Selbst meine Nichte hat anscheinend ganz vergessen, dass Sightseeing eigentlich wahnsinnig anstrengend ist und schlendert staunend neben mir dahin. Und fast hätte ich sie vergessen zu erwähnen: die eleganten weißen Pfauen, die hier ebenfalls sehr relaxed über die Rasenstücke spazieren.
Schließlich packt uns der Hunger: Durch den Torre dei Venti (Turm der Winde), in dem sich ein recht gut sortierter Museums-Store befindet, geht es zum Torre della Noria, wo sich eine hübsche Cafeteria befindet. Ein letztes Mal genießen wir von hier aus noch einmal wunderschöne Ausblicke, auch auf Stresa. Und ja, Herr Pfau, der du so wahnsinnig unauffällig um unseren Caffetteria-Tisch herumschleichst, für dich gibt es leider nichts zu fressen, denn unsere Focaccia würde dir wohl nicht guttun.
Ein letztes kleines Highlight liegt aber noch vor uns: Zwischen Spalieren von Zitronen-Bäumen geht es zur Serra Elisa, einer Art Palmenhaus, das ursprünglich als Wintergarten gedacht war und heute Pflanzen und botanische Raritäten beherbergt. Mag ich ja ganz besonders, solche Plätze, und lasse mir da noch ein wenig Zeit. Und ja, irgendwie fällt es mir dann auch gar nicht so leicht, mich von diesem zauberhaften Ort zu verabschieden.
Fast hätte das mit der Fähren-Rückfahrt zum Festland dann nicht geklappt, denn dort, wo die Fähre bei der Ankunft auf der Insel anlegt, von dort aus geht es nicht zurück nach Stresa. Haben wir jedenfalls gerade noch rechtzeitig erkannt und dann auch den Anlegeplatz für die Rückfahrt (ca. 100 Meter weiter entfernt, am südlichen Ausläufer der Insel) entdeckt. Und dann bleibt uns nur mehr ein letzter Blick zurück, auf die schöne Insel, die ihren Namen so sehr zu Recht hat. Klingt vielleicht abgedroschen, aber: Ciao, Bella!
Ach ja, in den König der oberitalienischen Seen, wie er oft genannt wird, gesprungen sind wir dann auch noch wie geplant. Auch wenn Stresa nicht so wirklich ein Ort zum Baden ist, an einem eher wilden Schotterstrand haben wir uns dann einfach in den kühlenden See geworfen. Das ist zwar nicht so ein feines See-Erlebnis wie das Schwimmen in meinen geliebten Salzkammergutseen, gut getan hat aber es allemal an diesem superheißen Ende-August-Tag. Danach noch schnell ein köstliches Zitroneneis und auf zur Bahnstation. Ciao, Stresa! Denn Mailand hatte noch einiges mit uns vor…
Wer jetzt Lust auf oberitalienische Seen bekommen hat:
Der Comer See ist immer einen Ausflug wert.
Mein absoluter Liebling unter den oberitalienischen Seen: Der etwas abseits (im nördlichen Piemont) gelegene Lago d`Orta, umgeben von Bergen und Wäldern.
Der guten Ordnung halber erwähnt: Auch dieser Beitrag ist unbeauftragt und unbezahlt entstanden und vielmehr eine persönliche Empfehlung von Herzen.