• Sommerfrische auf Kaisers Spuren...
    Bad Ischl I Österreich

2024 wird Bad Ischl Kulturhauptstadt Europas – ein guter Grund der kleinen
Salzkammergut-Stadt, die malerisch an der Traun liegt, noch zuvor einen Besuch abzustatten.
Und die Ruhe vor dem Sturm zu genießen...

Sommerfrische im Salzkammergut, dafür begeisterte sich schon Kaiser Franz Joseph I., denn um die 80 Mal verbrachte er hier den Sommer. Eine große Rolle spielte Bad Ischl auch im Leben von Kaiserin Sissi, auch wenn sie weite Strecken ihres Lebens auf Reisen quer durch Europa verbrachte: Hier fand ihre Verlobung mit Franz Joseph statt, viele Jahre später zog sie sich hier zurück, um um ihren Sohn, den Kronprinzen Rudolf, zu trauern. Kein Wunder also, dass man in Ischl an vielen Ecken auf Spuren der beiden stößt – zum Beispiel auch in  der berühmten Konditorei Zauner, der als ehemaliger k. u. k. Hofzuckerbäcker und Hoflieferant auch das österreichische Kaiserpaar zu seinen Kunden zählte.

Was man in Bad Ischl keinesfalls links liegen lassen sollte, dazu gibt es hier ein paar Tipps... Tipp Nr. 1: Den Bad Ischl-Besuch am besten mit einem guten Kaffee beginnen. Und zwar mit einem richtig guten Kaffee in der Kaffeesiederei Immervoll (Kreuzplatz 25) und wer noch nichts im Magen hat, der kann sich hier auch mit einem wirklich guten Frühstück verwöhnen lassen.

Kaiserliche Sommerfrische in der Kaiservilla

Ein Besuch der Ischler Kaiservilla ist wohl ein Muss, zumindest für alle Monarchie-Interessierten und Sissi-Film-Anhänger: Denn in der kaiserlichen Sommerresidenz hat Kaiser Franz Joseph I. zwar wesentlich mehr Zeit verbracht als seine Frau, Kaiserin Sissi, die den Süden Europas Ischl oft vorzog, aber dennoch gibt es hier auch viel über die wohl berühmteste Kaiserin aller Zeiten zu erfahren. Fern dem strengen Protokoll am Wiener Hof konnten Franz Joseph und Sissi hier die Sommerwochen genießen, aber die Villa diente nicht nur der Erholung: So gingen hier immer wieder Staatsmänner ein und aus und schließlich unterzeichnete der Kaiser in diesen Räumlichkeiten die Kriegserklärung an Serbien, die dann in den Ersten Weltkrieg mündete. Die Räume haben also Weltgeschichte miterlebt. Schon zu Franz Joseph Lebzeiten war es möglich die Kaiservilla und seine privaten Appartements zu besichtigen, wenn der Kaiser nicht in Ischl war. Und auch heute noch kann man Haus und Park während der Sommermonate besuchen.

Stadtrundgang mit k. u. k.-Flair

Für einen Stadtrundgang durch das kleine Stadtzentrum sollte man sich auf jeden Fall Zeit nehmen, denn hier gibt es zahlreiche historische Gebäude mit k. u. k.-Flair – wie zum Beispiel die alte Trinkhalle, die ab 1829 im klassizistischen Stil als Solebadanstalt erbaut wurde, oder das beeindruckende Post- und Telegrafenamt im Historismus-Stil. 1895 nahm das Postamt seinen Betrieb auf, davor war die Postverwaltung in einem Trakt des Hotel Post eingemietet. Lohnenswert ist auch ein Stopp in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus, mit Fresken ausgestattet, die zwischen 1874 und 1881 vom Kirchenmaler Georg Mader erschaffen wurden. Hier hat übrigens auch Erzherzogin Marie Valerie, die jüngste Tochter von Sissi und Franz Joseph I. – sie galt als Sissis Lieblingstochter – geheiratet. (Foto Trinkhalle: © Bwag/Commons)

Von Kaiserdessert bis Zaunerstollen...

Nirgendwo anders lässt sich der berühmte Salzkammergut-Schnürlregen besser überdauern als in der berühmten Konditorei Zauner. Die Qual der Wahl bricht da aus, sobald man am Kuchenbuffet steht und seine Wahl treffen muss: Ganz klassisch ein Rehrücken? Oder die köstliche Erdbeerschnitte? Oder ein Stück von der Zauner Oblatentorte? 250 Tortenspezialitäten gibt es hier, dazu kommen noch rund 60 Pralinensorten. Da scheint es manchmal einfacher ins Salzige auszuweichen und sich für ein Lachsbrötchen zu entscheiden. 1832 wurde die legendäre Konditorei gegründet und rasch war man k.u.k. Hoflieferant und Hofzuckerbäcker, der hohen Qualität sieht man sich natürlich auch heute noch verpflichtet. 2018 unterzog sich die Ischler Institution einer sanften Erneuerung und verpasste sich einen neuen Look: Die prächtige Kuchenvitrine ist geblieben, dazu gekommen ist aber eine schicke Sandwichvitrine im Stil der 50er Jahre. Warme Farbtöne dominieren jetzt, an den Wänden hängt unübersehbar der Zauner-Stammbaum neben historischen Bildern. Im Eingangsbereich überzeugen hübsche Wandmalereien und Tapeten, mein Favorit ist der grüne Salon – da sollte man auf jeden Fall einen Blick hineinwerfen. Und an dem Örtchen, zu dem sogar eine Kaiserin zu Fuß geht, kommt man auch nicht an Sissi vorbei – wie so oft in Ischl. Moderne trifft Tradition, war bei dem Makeover das Motto und es ist mehr als gelungen, finde ich: Denn unverändert sitzt man hier sehr gemütlich und möchte am liebsten gleich ein paar Stunden bleiben, in Zeitungen schmökern, die Umsitzenden beobachten und der Torte dann noch ein Lachsbrötchen hinterher schieben. Und das übrigens nichts nur bei Schlechtwetter, wie eingangs erwähnt... (Übrigens, wer hier keinen Tisch bekommen sollte: Am besten ins Grand-Cafè an der Esplanade, direkt an der Traun, ausweichen. Im Sommer sitzt es sich hier unter den Bäumen besonders lauschig...)

Das perfekte Ischl-Mitbringsel: SISSIKUSS

Ein Must für alle Freunde von Mitbringseln ist ein Abstecher zu SISSIKUSS: in diesem hübschen, historischen Musikpavillon am Traunufer an der Elisabeth-Esplanade findet man Mitbringsel und Geschenke abseits der sonst üblichen, oft kitschigen und leicht angestaubten, Salzkammergut-Souvenirwelt. Die Produkte erzählen Geschichten aus der Region aber auch aus dem Leben von Sissi und Franz Joseph – modern, trendy und stylish. Besonders sympathisch: Nachhaltige Produktionsmethoden, ökologisch unbedenkliche Materialien und biologische Zutaten sind den SISSIKUSS Betreibern besonders wichtig und die Leitlinien, nach denen die Produkte, die in diesem hübschen Shop zu finden sind, ausgesucht werden.

Wo sich Sissi & Franz gute Nacht sagen...

Zum Schluss gibt`s noch einen Übernachtungstipp: Nur zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, einen gemütlichen Spaziergang an der Ischl entlang, liegt die gemütliche Ferienwohnung von Doris Barbier – in ruhiger, grüner Lage, mit Blick auf den Hausberg Katrin und Spazier- und Wanderwegen gleich hinter dem Haus. Die Wohnung ist ideal für zwei Personen, mit oder ohne (Klein-)Kind und befindet sich im 2. Stock (ohne Lift): Mit einem großen Wohnschlafzimmer mit Doppelbett und französischem Fenster, einer Wohnküche mit Sitzbank (und Geschirrspüler sowie Waschmaschine) und Bad und WC. Einkaufsmöglichkeiten – Supermarkt, Bäcker, Apotheke – warten gleich um`s Eck. Für alle die mit dem Auto anreisen, ist ein eigener Parkplatz vorhanden.
Ischl ist eine perfekte Ausgangsbasis für Ausflüge im Salzkammergut: In nur 10 Autominuten ist man z.B. in Strobl am Wolfgangsee, in 30 Autominuten erreicht man die Postalm, das größte Almgebiet in Österreich, perfekt für gemütliche oder ausgiebigere Wanderungen. Wer Hallstatt noch auf seiner Bucketlist hat, der benötigt ebenfalls nur eine halbe Stunde mit dem Auto.

Kontakt: barbierdoris@gmail.com oder per Whatsapp: 0033611171888

Hier gibt`s noch mehr Salzkammergut-Sommerfrische-Tipps...

destination

Auf Kaisers Spuren wandeln...

Der Kurort Bad Ischl liegt an der Traun, im Süden Oberösterreichs und mitten im Salzkammergut. 1822 kamen die ersten Kurgäste nach Bad Ischl, auch wenn deren Zahl noch recht überschaubar war. Aber schon im folgenden Jahr waren es deutlich mehr und schon bald wurde die kleine Stadt zu einem Kurort von europäischer Bedeutung. Auch die Gäste wurden immer prominenter, Staatskanzler Metternich war hier zu Besuch, und ab 1849 machte Kaiser Franz Joseph I. Bad Ischl zur Sommerfrische-Destination schlechthin. 1853 verlobte sich Franz Joseph mit Elisabeth in Bayern – natürlich in Bad Ischl...

2024 wird es spannend: Bad Ischl wird gemeinsam mit 20 Gemeinden im Salzkammergut neben Bodø in Norwegen und Tartu in Estland Kulturhauptstadt Europas sein.

gut essen & trinken

Ein Muss bei einem Bad Ischl Besuch: Der Zauner! Entweder in der Konditorei in der Pfarrgasse 7 oder im Zauner Grand Café & Restaurant an der Esplanade (Hasnerallee 2).
Immer eine gute Wahl für ein gutes Frühstück und einen sehr guten Kaffee, die Kaffeerösterei Immervoll (Kreuzplatz 25), Achtung, sehr beliebt und daher fast immer voll.
Traditionelle Kaffeehauskultur findet man im Café Ramsauer an der Kaiser-Franz-Joseph-Straße: Hier hat angeblich schon  Walzerkönig Johann Strauß zum Tarock gespielt.
Überraschung: Schon zu Kaisers Zeiten war das Landgasthaus zur NockenToni ein beliebter Treffpunkt für die Ischler. Und ist es heute noch (Köhlerweg 1).