• Toskana Revisited: Ein Roadtrip durch die Zeit (I)
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Quer durch die Toskana. Im frühen Frühling, wenn die ersten Mimosen blühen und sich
mein Herz mit ihnen gleich ein bisschen leichter anfühlt. Im Frühsommer, wenn die Hitze flirrend über Hügeln und Städten liegt. Im Hochsommer, wenn sich die aufgestaute Glut mit einem Donnerschlag in Platzregen entlädt, der durch mittelalterliche Gassen rauscht. Und im Spätsommer, wenn das Morgenlicht bereits eine Ahnung von Herbst in sich trägt. Ein fiktiver Roadtrip auf den Spuren meiner Toskana-Reisen in meinen 20ern.

Wenn ich heute an meine Reisen durch die Toskana zurückdenke, ist da so eine Dreifach-Mischung: ein bisschen Wehmut, aber zugleich auch das Glücksgefühl, schon so oft dort gewesen zu sein. Und die Sehnsucht, wieder hinzufahren. Denn die Toskana ist der Ort, an dem ich Italien so richtig lieben gelernt habe. Verliebt habe ich mich in dieses Land schon viel früher, mit gerade einmal acht Jahren in Apulien. Aber in der Toskana wurde aus dieser ersten Verliebtheit eine Liebe, die mich bis heute begleitet. In den mittelalterlichen Gassen kleiner Städtchen, zwischen beeindruckenden Bauwerken in Florenz, Siena, Pisa, Lucca oder Arezzo, am Straßenrand mit Blick auf den Sonnenuntergang hinter einem Dorf auf einem Hügel. Oder mit Freund:innen vor einem Ferienhaus sitzend, unter einem unglaublichen Sternenhimmel, in völliger Stille. Über mehr als zwanzig Jahre hinweg haben sich so Bilder, Begegnungen und kleine Begebenheiten angesammelt – und diese ganz besonderen Momente, die sich manchmal erst Jahre später als Erinnerungen entpuppen, die man nicht mehr missen möchte.

Immer wieder bin ich zurückgekehrt, zu unterschiedlichen Jahreszeiten, mit unterschiedlichen Menschen und aus ganz unterschiedlichen Gründen. Ich habe viele Ecken dieser Region kennengelernt, habe Städte und Dörfer erkundet, habe bei herzlichen Gastgeber:innen gewohnt und großartiges Essen genossen. Und doch war es jedes Mal mehr als die Summe dieser Erlebnisse: die Schönheit der Landschaft, die Offenheit der Menschen und dieses unverwechselbare Italien-Gefühl, das sich nur schwer in Worte fassen lässt. Wie also schreibt man über all das? Über die Fülle an Entdeckungen, Begegnungen und Erinnerungen, ohne sich in Empfehlungen, Daten und Fakten zu verlieren?

Nun, ich habe es versucht. Dieser Beitrag ist deshalb ein wenig anders als meine üblichen Blogbeiträge, die meist viele konkrete Empfehlungen und Informationen zu diversen Sehenswürdigkeiten beinhalten. Dieses Mal gibt es weniger Wegweiser und konkrete Tipps, dafür mehr Atmosphäre, mehr Geschichten, mehr persönliche Reise-Anekdoten. Nachlesen kann man eine Reise, die weniger einer festen Route folgt als den Spuren meiner Erinnerung. Kurz zusammengefasst: Ein Roadtrip auf den Spuren jener Reisen, die ich mich in meinen 20ern immer wieder in die Toskana geführt haben. Wobei sich auch das eine oder andere frühere oder spätere Jahr ganz unbemerkt mit ins Gepäck geschmuggelt hat. Eine Reise durch die Zeit, zurück zu alten Sehnsuchtsorten und vertrauten Bildern. Zu Orten, an denen ich vor zwanzig Jahren schon einmal war und an die ich mitunter öfter zurückgekehrt bin, zu Momenten, die mir bis heute besonders gut im Gedächtnis geblieben sind. Von Florenz nach Lucca, von Pisa nach San Gimignano, ins Val d’Elsa, weiter nach Siena und in die Abtei Monte Oliveto Maggiore, nach Pienza, Montepulciano und Cortona – um nur einige Stationen zu nennen. Eine Liebeserklärung an die Toskana. Mit einem Hauch Wehmut, viel Italien im Herzen und der leisen Gewissheit, dass manche Reisen nie wirklich zu Ende gehen. (Klingt kitschig? Ja, aber sind dies Erinnerungen nicht immer ein bisschen …?)

Noch ein Wort zu den Fotos dieses Beitrags: Ich habe lange ausschließlich analog fotografiert – was bedeutete, dass jedes Bild gut überlegt sein wollte und die Anzahl der Fotos überschaubar blieb. Und so kommt es, dass ich heute zwar noch viele Erinnerungen an diese Reisen habe, aber längst nicht mehr zu allem ein passendes Bild. Vieles ist ohnehin eher im Kopf geblieben als auf Film gebannt: Stimmungen, Begegnungen, kleine Begebenheiten. Was sich in alten Kisten und Alben wiedergefunden hat, ist deshalb eher eine fragmentarische Sammlung als ein lückenloses fotografisches Reisetagebuch. Und auch die Bildqualität ist nicht immer ganz auf der Höhe der heutigen Zeit. Aber vielleicht passt das ja ganz gut: Schließlich sind auch Erinnerungen nicht immer hochauflösend, selten gestochen scharf – und trotzdem wunderschön. So, jetzt geht´s aber los, erste Station ist Florenz...

Florenz: Pollo arrosto, Schmetterlinge und ein ewiger offener Posten
Da waren wir also und sie war ohnehin schon sehr lange da: Florenz, die Königin der Toskana. Der sich gefühlt alles andere unterordnet, um die sich alle scharren. Die Bahn spuckt uns aus, müde, am Beginn von zwei Wochen Italienreise, oder auch mehr, so genau weiß man es nicht, wozu auch, man ist ja Student:in und der Sommer noch lang, auch jetzt, am Anfang des Spätsommers. Man landet dann zuerst mal dort, wo alle in Florenz landen: vor dem Dom, dieser Schönheit, mit der gewaltigen Kuppel von Brunelleschi, direkt daneben das Baptisterium und Giottos Glockenturm. Kommt an der schönen Piazza della Signoria mit dem Palazzo Vecchio und der Loggia dei Lanzi vorbei. Dort grüßt man den schönen David, lässt sich weiter treiben, zu den Uffizien, staunt über die lange Menschenschlange davor, vertagt den Besuch bei Botticelli, Leonardo da Vinci und Michelangelo, wohlwissend, dass es sich nicht mehr ausgehen wird am nächsten Tag, bevor man wieder die Bahn springt, um nach Siena weiterzufahren und von dort mit einem der blauen Busse ins Hinterland von Siena. In dieses Haus, das man mit neun anderen Freund:innen gebucht hat, mit hoffentlich viel Ausblick über die Hügel, und dem Pool, den der Papierkatalog versprochen hatte.

Es geht über die Ponte Vecchio, man steht da, wo auch andere stehen, staunt einmal mehr, blickt auf den Arno, macht ein Foto. Eines, nicht 10, nicht 15. Fünf 36er Kodak-Filmrollen hat man mit, damit muss man auskommen. Und man weiß ja nicht, wie lange man unterwegs sein wird. Eine offene Rechnung also.

Drüben im Oltrarno-Viertel durchquert man den mächtigen Renaissance-Palast Palazzo Pitti, wo einst die mächtigen Medici residierten, und spaziert durch den dahinter liegenden Boboli-Garten (Giardino di Boboli), der im 16. Jahrhundert von einer Frau angelegt wurde, von Eleonora von Toledo. Vorbei an Statuen, Gartentempeln, Brunnen und vielem mehr steigt man steigt hinauf zu einem kleinen Café-Pavillon in dem Garten, der eigentlich ein Park ist, und der jetzt, zu Beginn des Spätsommers, schon reichlich verbrannt aussieht.  Aber man findet es schön, alles findet man schön, in dieser Stadt, diesem Land. Auch den Ausblick, den man von hier oben auf Florenz hat. Und dann ist man plötzlich abgelenkt und hat irgendwie für all diese Schönheit doch nicht so wirklich ein Auge, denn neben einem sitzt der Mensch, der solch kribbelnde Schmetterlinge im Magen verursacht. Der Mensch, der noch nicht weiß, dass er die erste große Liebe werden soll. Der plötzlich die Kamera zückt und ein Foto von dir schießt und du schaust verwirrt und er lacht dich an. Ein Foto, das dann noch eine entscheidende Rolle spielen sollte in deinem Leben. Aber halt, alles wird hier nicht verraten. (Augenzwinker.)

Wie gut, dass man immer zurückkehren kann in Städte. Mit einem konzentrierteren Auge. Mit einer Freundin, mit der man auf Treppen sitzt und Menschen beobachtet und lacht und sich reihenweise Gelati und Cornetti und abends Pasta in den Mund schiebt und mit der man durch den Boboli-Garten spaziert und dann lauthals flucht, weil das Café von damals, da oben am Hügel, heute nicht geöffnet ist. Und der man sagt, auch wenn wir irgendwann nicht mehr befreundet sein sollten, an diese drei Tage hier werden wir uns immer erinnern. (Und ohne zu spoilern: So ist es gekommen, zumindest bei mir.)

Wenn sich der Geschmack dieser Stadt im Gehirn einbrennt

Und dann kommt man wieder, der 2er vorne geht sich gerade noch knapp aus, und dieses Mal hat man den SlowFood-Führer unter dem Arm, weil das macht man jetzt so, wenn der 30er winkt. Und wir suchen dieses eine Lokal, nahe dem Dom – der immer noch so berauschend schön und selbstbewusst dasteht –, diese Osteria, die so einfach, aber auch so gut sein soll und wir finden sie einfach nicht. Drei Mal laufen wir daran vorbei, aber das stellen wir erst später fest. Und dann frage ich nach, bei einer Passantin, die mir eine erfahrene Florenzerin zu sein scheint, und sie wachelt mit den Armen, zeigt hinter ein Baugerüst, ecco qua! Und lacht mir noch mal zu, während sie weitergeht. Und ja, da ist es dann auch, gut verborgen hinter dem Baugerüst und den Planen. Tische links und rechts entlang der Wand, lange Holzsitzbänke, ein paar Sessel. Unprätentiös, einfach. Da sitzen wir dann zwischen den Mitarbeitern der städtischen Müllabfuhr, die uns zuerst etwas misstrauisch beäugen, aber dann spreche ich Italienisch und der Mann grinst anerkennend und zeigt auf seinen Teller: Pollo, arrosto. Und dann macht er diese Handbewegung mit dem Zeigefinger auf der Wange: Buono! Und ich verstehe und bestelle das gleiche, und dio, habe ich jemals ein besseres Hendl aus dem Ofen gegessen? (Noch dazu um diesen Preis?!) Und dazu natürlich Patate al forno, Erdäpfeln im Rohr mit Olivenöl gebacken, die auch nur die Italiener:innen auf diese unvergleichlich gute Art so zubereiten können, dass man nachts noch davon träumen könnte. Der Mann neben mir nickt mir freundlich zu, vedi? Siehst du? Ich grinse zurück. Und nun mache ich diese Handbewegung. Und bevor mich jetzt jemand fragt, nein, ich weiß nicht mehr, wie das Lokal hieß. Aber dieses pollo arrosto aus dem Rohr, dieser Geruch, dieser Geschmack, ist in meinem Kopf geblieben.

Ich komme noch ein paar weitere Male nach Florenz zurück, in wechselnder Besetzung, mit der Bahn oder mit viel zu wenig Platz in winzigen Autos, und als wir die Grenze zur Toskana überqueren und diese unzähligen Autobahnauffahrts- und Abfahrtskurven vor Florenz übermütig mit quietschenden Reifen hinter uns bringen, kurbeln wir die Fenster runter und singen lauthals zu Serenata Rap mit. Der von uns schwer verehrte Jovanotti besingt die Liebe eines Schüchternen zu einer Angebeteten und wir besingen damit unsere Liebe zu Italien. Die so gar nicht schüchtern ist in diesem Moment. Wir halten auf einem Parkplatz oberhalb der Stadt, schauen hinunter, die rosa blühenden Bäume und Büsche ringsum duften so intensiv, man greift nach der Hand des anderen und drückt sie leicht. Wir sammeln weitere Erinnerungen, schaffen es immer noch nicht in die Uffizien. Und erraten, letzteres bleibt ein offener Posten. Ich werde also wiederkommen.

Lucca: Und wie komme ich jetzt wieder vom Turm runter?
Ich stehe da oben, unter Bäumen, ja, unter Bäumen auf einem Turm. Bitte was? Aber so ist es nun mal. Auf dem Torre Guinigi in Lucca wachsen ein paar Bäume, Steineichen um genau zu sein. Die Guinigis, ursprünglich Kaufleute und Bankiers, ließen im Mittelalter diesen ca. 45 Meter hohen Geschlechterturm errichten – und darauf einen Dachgarten, in dem sie immergrüne Bäume, eben die Steineichen, auf dem Turmdach pflanzen ließen. Eine kleine Extravaganz und zugleich eine Demonstration ihres Reichtums und ihrer Macht: Man besaß damit eben nicht nur einen hohen Turm, sondern einen ganz besonderen Rückzugsort, der sich unübersehbar von allen Türmen der Stadt abhob.

Und dann schaue ich hinunter, auf das Gassengewirr von Lucca, auf das Leben, das da unten so miniklein zu sein scheint. Die außergewöhnlich schöne Piazza dell’Anfiteatro, mit ihrer ovalen Form, kann man von hier oben nur erahnen. Schaue über die Dächer, bis hin zu den Bergen. Der Wind pfeift ein bisschen und ich ziehe mir den Pullover über. Komm, wir gehen, sagt er (er, der dann doch noch die erste große Liebe wurde und in Florenz vielleicht doch auch schon etwas davon geahnt hatte, wie sich im Nachhinein herausstellte) und dann schaue ich ins Stiegenhaus im Turminneren auf die rund 230 Stufen, die ich vor knapp einer Stunde hinaufgestiegen bin, und auf das Sprossen-Geländer – durch das ich bis ganz hinunterblicken kann. Mein Herz beginnt schneller zu schlagen, ich merke es, und es schlägt daraufhin noch schneller. Ich kann da nicht hinuntergehen, höre ich mich sagen. Warum? Ich sehe da so weit hinunter und ich bekomme Panik und mir wird schlecht, ich kann einfach nicht runtergehen. Aber du bist doch auch hinauf gegangen? Aber da habe ich ja nicht hinuntergeschaut. Aha. Da ist jemand ratlos neben mir. Aber es gibt nun mal nur diese eine Treppe… Ich sehe ihn mit den Achseln zucken. Ja, danke, wäre mir jetzt fast entgangen. Panik macht sich breit in mir. Holt einen die Bergrettung von so was runter? Ok. Sehr lächerliche Idee. Frage: Wieso kann ich mich hier vorlehnen und runter schauen auf die Stadt, aber ich kann nicht auf die Treppen hinuntersteigen und durch das Geländer nach unten schauen? Folgt das irgendeiner Logik? Der Himmel über mir beginnt sich etwas rosa zu färben, ganz sanft, fast schüchtern, als ob er sich noch nicht entschieden hätte, heute alles zu geben. So friedlich. Schön hatte ich mir das hier heroben bei nahendem Sonnenuntergang vorgestellt – und das ist es jetzt ja auch. Aber das löst mein Problem nicht. Ich drehe mich um, sage zu ihm: geh schon mal vor, du kannst mir eh nicht helfen, du machst mich nur noch nervöser. Er zögert, dann ist er weg. 

Schließlich ist es ein anderer Tourist, der dafür verantwortlich ist, dass ich nicht zur größten Attraktion des Turms wurde. ("Die Frau, die seit 20 Jahren da oben lebt, weil sie sich nicht mehr hinunter traute.") You got a problem? Yes, so würde ich das nennen. Er lacht kurz, nachdem ich ihm das Problem schildere, sorry, sagt er, it´s not funny, eigentlich. Dann schlägt er vor, dass er knapp vor mir geht, und ich immer nur auf seinen Nacken schaue. Nicht nach links, vor allem nicht nach rechts, wo es hinter dem Geländer steil und tief nach unten geht. Nur auf seinen Nacken. Und so machen wir das dann auch, bis wir ganz unten sind. Thank you, sage ich, from my heart, I am Kate, from Vienna, by the way. Alex, sagt er, from a little town in Cornwall, which you won´t know, nice to meet you, too. Er lacht mich an. (Und ohne zu spoilern, nein, das endete nicht in einer der unzähligen berühmten Toskana-Love Stories, die man in Filmen so sieht. Aber vielleicht liest Alex das hier ja mal zufällig.) Und apropos, dieses unsagbar zarte Rosa über Lucca, das habe ich auch nie vergessen.

Pisa: Da, wo alles irgendwie begann...
Ein Italien-Urlaub mit einer Freundin endet abrupt, mit Ruptur im Knöchelband, also ziemlich traurig zurück mit der Bahn nach Wien, und dort können die Eltern das Unglück der Tochter nicht länger mitansehen. Komm mit, du Unglücksvogel, wir fahren nach Ligurien und nehmen dich einfach mit. Also ab an die italienische Küste, in das bezaubernde Tellaro genauer gesagt. Und dann entdecke ich meine Liebe zu Ligurien. (Aber das ist eine andere Geschichte und sie nimmt genau hier am Blog ihren Lauf.)

Weil Pisa nur rund eine Autostunde entfernt liegt von Tellaro, scheint es der perfekte Tagesausflug an einem grauen Juli-Tag an der Küste zu sein. Grau ist es allerdings dann auch in Pisa und auch ein wenig meine Laune. Aber dann stehen da auf der Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder) der Dom Santa Maria Assunta mit seinem freistehenden schiefen Turm (der, zugegeben, auf meinen Fotos gar nicht so schief aussieht, aber er war es auch schon damals) und das Baptisterium. Die ursprünglich romanische Taufkirche des Doms macht mich dann sprachlos, was für eine Pracht aus weißem Marmor. Damals weiß ich noch nicht, dass ich auf meinen kommenden Reisen noch viele beeindruckende Baptisterien sehen werde (wie z.B. in Parma), aber schon da ahne ich: Was ich hier sehe, ist außergewöhnlich. Und das ist es auch: Mit insgesamt 54 Metern Höhe und einem Umfang von 107 Metern ist dieses Bauwerk die größte Taufkirche in der christlichen Geschichte. Und ja, vielleicht hat dort, an diesem grauen Tag, ein bisschen meine Faszination für dieses unendlich große Kulturerbe Italiens begonnen. Mit einer Ahnung, dass noch viel mehr unglaublich Schönes in diesem Land auf mich wartet.

Pisa selbst ist allerdings weit mehr als nur dieser Platz, das weiß ich zwischenzeitlich. Und ich möchte es gerne mal genauer unter die Lupe nehmen: Auf den Spazierwegen entlang dem Arno, der auch durch Pisa fließt, dahin schlendern, die kleine Kirche Santa Maria della Spina am Flussufer, die ein gotisches Kleinod sein soll, besichtigen, durch das von Arkadengängen gesäumte Borgo Stretto spazieren. Und den Orto Botanico besuchen, der einer der ältesten universitären botanischen Gärten Europas ist. (Nicht umsonst habe ich mich auch schon in Mailand in den dortigen Orto Botanico verliebt.) Und möglicherweise mache ich dann auch ein Foto vom schiefen Turm, auf dem ich mich an ihm abstütze, wie das zwischenzeitlich alle machen. Na ja, vielleicht.

San Gimignano: Von Momenten, die sich nicht reproduzieren lassen
Eigentlich ist in Siena dieses Mal nichts nach Plan gelaufen: Knöchelband bei einem dummen Unfall gerissen, im besten Falle nur eingerissen, so genau weiß man das nicht nach dem Spitalsbesuch in Siena. Schonen, Krücken, Fuß hochlagern. Alles ein bisschen schwierig auf Interrail, mit dem viel zu schweren Rucksack am Rücken. Aber egal, heute fahre ich noch mit Karl, dem Sprachstudent aus Deutschland, der schon ein paar Monate in Siena verbracht hat, nach San Gimignano. In seinem kleinen Auto, gemeinsam mit einer Freundin. Und dann stehen wir dort im schattig-kühlen Kreuzgang der Chiesa di Sant’Agostino, in dem ein Mann auf der Harfe spielt, auf seiner Schulter sitzt ein Rabe. Kitschig, irgendwie, ja, aber er spielt einfach richtig schön und wir stehen da und ich lehne mich an Karl und vergesse beinahe, dass mein Knöchel nur mehr ein geschwollener, blauer Klumpen ist und ich fast nicht auftreten kann. Wann immer ich an San Gimignano zurückdenken werde, werde ich diesen Moment vor Augen haben, aber das weiß ich damals noch nicht. Viel mehr schaffe ich an diesem Tag dann noch nicht mehr von San Gimignano zu sehen, das berühmt für seine mittelalterlichen Geschlechtertürme ist, der Fuß fordert seinen Tribut.

Aber Jahre später komme ich wieder, mit Freund:innen, und wir laufen durch die mittelalterlichen Gässchen, bevor wir dann auf der Piazza del Duomo auf den Torre Grossa, den mit 54 Meter höchsten Geschlechterturm in der Stadt, steigen. 218 Stufen später ein atemberaubender Blick über die Dächer der Stadt, die toskanische Hügel-Landschaft und auf die dreieckige, mittelalterliche Piazza della Cisterna. Und noch eine Überraschung hat San Gimignano dann für uns parat: Außen ziemlich schlicht, staunen wir im Inneren des Doms Collegiata di Santa Maria Assunta über die farbenprächtigen Fresken mit biblischen Szenen. Einen Moment lang überlege ich auch noch schnell zur Chiesa di Sant`Agostino zu laufen, um noch schnell in den Kreuzgang zu schauen. Aber dann lasse ich es, denn plötzlich ist es mir bewusst: Ganz besondere Momente kann man einfach nicht reproduzieren.

Unterwegs im Val d`Elsa. Oder: Irgendwo im Nirgendwo
Wir öffnen die quietschenden Fensterläden, müssen blinzeln. Die Sonne, sie ist heute schon länger auf als wir. Nachts sind wir in diesem Fenster gesessen, meine Freundin und ich, haben diese langen dünnen Zigaretten geraucht und in die sternenklare Toskananacht hinaus philosophiert – und um ehrlich zu sein, ich habe eigentlich nur gepafft. Aber mein Gott, wie lässig haben wir uns gefühlt. Wie in einem Film. Draußen der Sternenhimmel und die zirpenden Grillen, hier oben wir, eine langbeinige Blonde und eine langhaarige Brünette. Hinter uns der Rest der Reisetruppe, mit Rotwein im Glas am Küchentisch und all den kleinen Dramen, die so eine Reise mit der Clique mit sich bringt. Florenz lag hinter uns, am Beginn dieser Reise in die Toskana, vieles lag noch vor uns. Und eines davon sollte nun Siena sein, wurde am Küchentisch beschlossen. Aber da waren Kate und ich doch schon mal ein paar Tage lang, höre ich eine meiner Freundinnen sagen, und dann stand auch gleich der Plan fest: Arezzo würde es für uns beide werden, die Stadt der Antiquitäten, während die anderen dann Siena erkunden würden. Abends dann, Treffpunkt wie immer, in unserer kleinen Trattoria im Ort.

Zu wundern begonnen haben wir uns, als die Namen der Orte, die wir mit dem Bus passierten, so ganz anders hießen, als jene auf unserer Landkarte, die zwischen unserem Abfahrtsort und dem Zielort Arezzo liegen sollten. Ich schlängelte mich durch zum Busfahrer, no, sagte er, freundlich aber bestimmt. Arezzo, altra direzione, falscher Bus. Und deutete mir, dass ich mich wieder hinsetzen sollte. Der Bus hielt schließlich, irgendwo im Nirgendwo, in einem kleinen Dorf, dessen Namen ich längst vergessen habe, aber jedenfalls im Val d`Elsa, dem Tal entlang des Flusses Elsa, zwischen Florenz und Siena. Immerhin schafften wir es noch den Busfahrer zu fragen, wann er denn wiederkäme und zurückfahre, in 4 Stunden, rief er uns zu, buon appetito, schloss die Türen und war weg.

Und ja, da standen wir nun, mit Landkarte, ohne Idee. Schön war es hier ja, sehr schön sogar, auch die ganze Fahrt her war landschaftlich schön, durch eine Gegend mit sanften Hügeln, Zypressen, Weinbergen, Olivenhainen, aber… eigentlich war ja Arezzo das Ziel? Wir taten, was man in Italien im Zweifelsfall immer tun kann: zuerst mal in eine Bar gehen. Und dort empfahlen uns dann die sehr freundlichen Besitzer, die ein wenig schmunzeln mussten über unsere Geschichte („Aber Arezzo ist wirklich sehr schön, da solltet ihr auf jeden Fall noch hin…“.), eine sehr gute kleine Osteria, am Ortsrand. Diese fanden wir dann auch wirklich, immerhin, nach einem kurzen Spaziergang, der außer hübschen Gassen und Fassaden mit üppigem Blumenschmuck sowie einer verschlossenen Kirche nicht so wirklich viel zu bieten hatte. Die Pasta schmeckte dann auch wirklich besonders gut, und genügend Zeit hatten wir ja auch. Auch, um uns eine Strategie zurecht zu legen, was wir unserer Clique dann am Abend erzählen würden: Sollten wir vom wunderschönen Arezzo, mit seiner berühmten Piazza Grande, Schauplatz des historischen Ritterturniers Giostra del Saracino, vorschwärmen? Oder doch von der kleinen Osteria an der Ortsmauer mit dem Blick auf diese in unseren Augen perfekt geformte Hügellandschaft, mit den Olivenhainen, erzählen? Von den süßen, vorlauten Spatzen, die sich um unsere Grissini-Stangerl-Brösel stritten, und der netten Wirtin, die ihnen dann eine Schale Wasser brachte. Von den köstlichen Dolce, in die uns die Wirtin schließlich noch hineinquatschte, obwohl die mehr als großzügig portionierte Pasta unsere Magenwände schon an die Belastungsgrenze gebracht hatte. Und dem köstlich kühlen Limoncello, auf den wir abschließend eingeladen wurden, weil die ragazze aus Wien einfach so nett seien. Und halt auch ein bisschen verwirrt, weil wir den falschen Bus genommen hatten. Wir lachten viel im Schanigarten dieser kleinen Osteria, in der Septembersonne, die unsere Arme so herrlich warm machte. Wie blöd kann man sein! Nein, was für ein Glück kann man haben, so unerwartet an so einem zauberhaften Ort zu landen.

Und ja, vielleicht durchaus einer meiner Tipps für die Toskana: ruhig mal in den falschen Bus steigen, das Handy am besten zu Hause lassen. Ein kleines Abenteuer wie damals. Irgendwo in der Pampa sitzen, das gute Essen genießen, mit den Leuten reden, nichts vorhaben, nichts abarbeiten. Einfach diese kleine, glückliche Italienurlaub-Leben ganz intensiv genießen, für einen Tag. Das gibt´s auch heute noch, daran glaube ich fest.

Siena: Vom immer wieder zurückkehren...
Wo fängt man an zu erzählen, bei einer Stadt wie Siena – vor allem wenn man schon einige Male dort war? Schwierig. Aber vielleicht erzählt man einfach vom ersten und vom (vorerst) letzten Besuch.

Wir öffneten die Fensterläden in unserem kleinen Hotel, mitten in der Altstadt von Siena. Die Aussicht? Begrenzt. Auf die Rückseite einer kleinen Kirche. Aber hey, Siena, hier hatten wir unbedingt herkommen wollen, es sollte schließlich auf unserer Interrail-Reise der zweite große italienische Höhepunkt nach Assisi werden. Ein paar Tage haben wir für Siena eingeplant, genügend Zeit, die Stadt kennen zu lernen. Und um uns durch die meist eher engen, gotisch-mittelalterlich geprägten Gassen treiben zu lassen, in die so selten die Sonne ihren Weg findet. Großes Staunen: Denn wir finden uns in einer komplett anderen Welt wieder. Hatten wir es uns so erwartet? Wir sind noch sehr jung (um ehrlich zu sein, es steht noch nicht mal der 2er vorne) und haben abseits von ein paar italienischen Strandurlauben (und natürlich abgesehen von Venedig) noch nicht so wirklich viel von Italien gesehen. Also ja, wir hatten eigentlich nicht wirklich etwas erwartet. Und sind jetzt mehr als überwältigt.

Wir wandern durch die Gassen, vorbei an hoch aufragenden Palästen aus Backstein, von denen viele aus der Gotik stammen. Vor dem Palazzo Salimbeni, einem imposanten Palast im gotischen und Renaissance-Stil, bleiben wir stehen und staunen und sind dann nicht überrascht zu lesen, dass hinter all dieser Pracht die Banca Monte dei Paschi di Siena residiert, eine der ältesten Banken der Welt. Wir laufen kreuz und quer durch die verwinkelte Altstadt und fallen hungrig in der Pasticceria Nannini ein, können uns kaum entscheiden, welcher süßen Verführung wir erliegen sollen, und haben Gianna Nanninis Song „Bello e impossibile“ im Ohr. Und ja, Gianna entstammt der traditionsreichen Konditorenfamilie Nannini in Siena.

Und dann landen wir plötzlich im prallen Sonnenlicht, auf der Piazza del Campo, dem zentralen Platz Sienas, Herz und Wohnzimmer der Stadt zugleich, abschüssig, muschelförmig, von hoch aufragenden, schön renovierten Backsteinpalästen und dem gotischen Rathaus umgeben – und sehr beeindruckend. Auch er steht hier, der Torre del Mangia und mit 102 Metern Höhe der zweithöchste mittelalterliche Turm in ganz Italien. (Rang 1 hat der Torrazzo von Cremona, Glockenturm der Kathedrale von Cremona, mit einer Höhe von 112,54 Metern inne.) Von oben bietet sich ein atemberaubender Blick über die Stadt und die umgebenden Colli Senesi – allerdings, das muss es einem wert sein, es gilt zuvor 500 Stufen hinaufzusteigen.

Noch einmal staunen wir mit offenem Mund: Er soll eine der schönsten Kirchen Italiens sein, der Duomo di Siena, und ja, ja und noch mal ja. Daran kann es einfach keinen Zweifel geben. Damals ahnte ich es vielleicht nur, mehr als 20 Jahre und hunderte italienische Kirchen später weiß ich es. Schon außen betört er, mit dieser unglaublich detailversessenen Zuckerbäckerfassade aus Marmor. Stundenlang könnte man seine Augen hier auf Erforschung schicken. Und dann erst innen: Diese Eleganz, die die regelmäßig gestreifte Schwarz-Weiß-Maserung ausstrahlt. Oben im Gewölbe dann ein dunkles Blau, darauf funkelnde Sterne. Man könnte sich darin verlieren. Und dann der Boden, mit mehr als 50 Bildern, die Bibelszenen, aber auch Episoden aus der Menschheitsgeschichte zeigen. In der Juli-Hitze den Hügel hinaufzusteigen, zum Dom, der an der höchsten Stelle der Stadt thront, das hat sich mehr als gelohnt. Abends spazieren wir durch die Straßen, beobachten die Sienesi bei der Passeggiata, sitzen dann unter einem unglaublichen Sternenhimmel auf der Piazza del Campo, schmieden Pläne für die kommenden Tage, und ein Eis geht immer noch. Wir versuchen uns vorzustellen, wie es auf dem Campo zugeht, wenn das legendäre alljährliche Pferderennen Palio stattfindet, stellen uns die Aufregung, den Lärm und den Hall der Pferdehufe vor. Aber dann lehnen wir uns zurück, suchen den Mond und seufzen vermutlich auch ein bisschen, ach Leben, du bist gerade verdammt gut zu uns.

Wieder da. Mit dem kleinen Lieblingsmenschen...
Mehr als 20 Jahre später streife ich wieder durch die Gassen, an der Hand eine lebhafte Zweijährige: Meine kleine Nichte, und irgendwie ist das heute ein ganz besonderes, berührendes Gefühl mit ihr hier zu sein. Nach so vielen Besuchen in dieser Stadt, die mich immer wieder anzieht, nun also mit der nächsten Generation. Ob sie die Stadt irgendwann auch so lieben wird wie ich? Ob sie wiederkehren wird? Vielleicht sogar mit mir gemeinsam? Auf der Piazza del Campo will sie mit uns tanzen: Und so wird dann eben getanzt. Später quälen wir uns durch die Juni-Hitze und das Gassen-Gewirr wieder hinauf zum Dom, schauen, staunen erneut. Wie könnte man über dieses Wunderwerk der Architektur auch nicht jedes Mal wieder staunen. Auch meine Nichte hat eine Assoziation: Lebkuchenhaus, sagt sie, und lacht. Dann sitzen wir in einer Osteria, neben uns ein Tisch mit einer italienischen Großfamilie. Warum singen die, fragt meine Nichte. Weil sie Italiener:innen sind, sage ich, und weil sie wissen wie das geht mit der Freude am Leben. Als wir das Lokal verlassen, hat sich über uns etwas zusammengebraut, schwarze, dunkle Wolken, ein dumpfes Grollen, das sich in den engen Altstadtgassen noch verstärkt. Meine Nichte haben wir auf den Arm genommen, Kapuze übergezogen, es fängt an zu tröpfeln. Wir steuern auf den Campo zu, plötzlich ist es am frühen Nachmittag nachtschwarz in den Gassen, es ist irgendwie ein wenig unheimlich, aber auch schön. Ein neues Gesicht, das mir die Stadt zeigt. Dann brechen die Wolken über uns und es fängt zu schütten an. Nichts wie weg, mit Kind, Kegel und Kinderwagen hetzen wir durch die Gassen zum Parkhaus. Ciao, Siena. Das war wohl ganz sicher nicht das letzte Mal.

Das Benediktinerkloster Monte Oliveto Maggiore in den Crete Senesi: Von Fresken und hölzernen Katzen
Ein wuchtiger Ziegelsteinbau inmitten von Zypressen: Wir stehen vor dem Benediktinerkloster Monte Oliveto Maggiore, das vielleicht nicht erste Wahl sein mag, wenn man sich Klöster in der Toskana anschauen möchte. So ist das Kloster Sant`Antimo nahe Montalcino vielleicht in Sachen Architektur und Atmosphäre ein wenig beeindruckender als Monte Oliveto Maggiore – denn für eine toskanische Abtei ist Sant`Antimo Kloster ungewöhnlich stark von der romanischen Baukunst Frankreichs geprägt, das zeigt allein schon der Chorumgang hinter dem Altarraum. Eine klare, strenge Architektur, in Kombination mit wunderschön einfallendem Licht, das kann etwas. Auch die Klosterruine der Abbazia di San Galgano im Val di Merse mit ihrer dachlosen, gotischen Kirche ist visuell spektakulär.

Dennoch wollten wir uns Monte Oliveto Maggiore nicht entgehen lassen. Denn gleich zweierlei lockt uns: Einerseits die großartige Lage in einer der charakteristischsten Landschaften der Toskana, südlich von Siena, mitten in den sanften, erdfarbenen Hügeln der Crete Senesi. Und dann die fantastischen Fresken im großen Kreuzgang (Chiostro Grande), für die Monte Oliveto Maggiore bekannt ist. In einem Bilderzyklus von 36 Fresken wird das Leben des hl. Benedikt erzählt. Die Malereien stammen von zwei bedeutenden Künstlern der italienischen Renaissance: Luca Signorelli und Antonio Bazzi, genannt Il Sodoma. Allein wegen des Kreuzgangs lohnt sich die Fahrt: Wer sich für italienische Malerei interessiert, begegnet hier einem bedeutenden Renaissancezyklus nicht in einem überfüllten Museum, sondern an seinem ursprünglichen Ort, wo bis heute ein Klosterleben stattfindet. Monte Oliveto Maggiore geht auf eine Gemeinschaft zurück, die sich im frühen 14. Jahrhundert bewusst in die Abgeschiedenheit zurückzog – und ja, abgeschieden ist es hier wirklich, das merkt man schon bei der Anfahrt. Bis heute ist die Abtei das Mutterkloster der Olivetaner, einer benediktinischen Gemeinschaft. Aber nicht nur der Kreuzgang, sondern auch die Abteikirche ist sehenswert – ganz besonders das wertvolle Chorgestühl mit feinen Einlegearbeiten und das kunstvolle hölzerne Chorpult aus dem Jahr 1520, geschaffen von dem Olivetanermönch Fra Raffaele da Brescia. Am Sockel des Pults sitzt eine Katze, die so lebensecht wirkt, dass man beinahe erwartet, dass sie sich gleich bewegen wird. Das Besondere ist nicht nur die Katze selbst, sondern die Technik, mit der sie gestaltet wurde: Intarsienarbeit, deren Resultat fast wie ein Gemälde wirkt, nur vollständig aus Holz. Das Beeindruckende daran: Die Katze ist mehr als nur eine hübsche Kuriosität. Sie ist ein kleines Schaustück dafür, wie meisterhaft Renaissancekünstler Natur in Kunst verwandeln konnten.

Monte Oliveto Maggiore ist vielleicht nicht das spektakulärste Kloster der Toskana, aber eines, das sich Zeit nimmt, entdeckt zu werden. Wer durch den Kreuzgang schlendert und den Blick auch auf die kleinen Details richtet, versteht schnell, warum sich der Abstecher in die abgeschiedenen Hügel der Crete Senesi lohnt. 

Hier geht es weiter mit dem Roadtrip durch die Toskana: 
Teil 2 des Beitrags. 

Der guten Ordnung halber erwähnt: All diese Reisen haben privat stattgefunden und münden in diesen unbeauftragten und unbezahlten Blog-Beitrag.

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Über die Toskana:
Die
Toskana liegt in Mittelitalien und umfasst rund 23.000 Quadratkilometer. In der Region leben etwa 3,66 Millionen Menschen (Stand: Ende 2024). Sie grenzt an Ligurien, die Emilia-Romagna, die Marken, Umbrien und Latium und reicht von den Apenninen bis zur Küste des Tyrrhenischen Meeres. Die Landschaft ist geprägt von Hügeln, Weinbergen, Olivenhainen, Wäldern und Küstengebieten. Hauptstadt und bekannteste Kunststadt ist Florenz, weitere wichtige Städte sind Siena, Pisa, Lucca und Arezzo. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten und Reisezielen zählen der Schiefe Turm von Pisa, die mittelalterliche Stadt San Gimignano und die Kulturlandschaft des Val d’Orcia, die teilweise zum UNESCO-Welterbe gehören. Die Toskana ist außerdem für ihre Weinbaugebiete, insbesondere Chianti und Montalcino, sowie ihre regionale Küche mit Olivenöl und traditionellen Spezialitäten bekannt. Mit ihren Kunststädten, historischen Dörfern, Naturparks und Stränden bietet die Region vielfältige Möglichkeiten für Kulturreisen, Rundreisen und Badeurlaub.