• Barocke Sinnesfreuden in Noto (II)
    Sizilien, ein Fest der Sinne!

Juni 2017

Wo soll man zu erzählen beginnen, wenn man sich in eine Stadt verliebt hat? Bei dem ganz speziellen honigfarbenen, goldenen Licht, das sich Abend für Abend über Noto legt und die üppigen Barockbauten noch schöner macht? Bei den ausgezeichneten Restaurants, die einen Aufenthalt in der kleinen Stadt im Südosten Siziliens auch zu einem kulinarischen Highlight machen? Bei den besonderen und so gastfreundlichen Menschen, die wir hier kennengelernt haben und die uns im Sommer darauf gleich noch einmal zurückkehren haben lassen? Oder bei den Stränden, die nicht weit sind und uns mit Karibikfeeling süchtig machen? Eine Hommage an die schönste Barockstadt Siziliens...

Kaum lassen wir die Stadteinfahrt von Noto hinter uns, sind wir auch schon in einem engen Gassengewirr der Altstadt gelandet. Bist du sicher, dass wir uns mit unserem Auto hier um die Ecke kommen? Ich ernte nur ein Achselzucken. Wir werden es wohl ausprobieren müssen... Und dann kurven wir auch schon durch die Altstadtgassen, die hinter jeder Biegung noch enger, noch verwinkelter, noch unpassierbarer zu sein scheinen. Wir klappen die Rückspiegel ein und am liebsten würden man auch die Augenlider  zuklappen... Augen zu und durch. Unser Navi leitet uns überraschenderweise gut durch die Gassen der Oberstadt von Noto. Noch einmal abbiegen, autsch, das war knapp, und dann sehen wir auch schon die Schrägparker-Plätze, die unser Vermieter Nicolò uns angekündigt hat. Einfach dort abstellen, ich hole euch dort. Und tatsächlich, da winkt uns schon einer freundlich entgegen. Ciao, bist du Kate? Nicoló! Benvenuti à Noto...

Und von hier aus haben wir doch tatsächlich schon einen ersten Blick auf die Altstadt von Noto, die Unterstadt liegt uns hier quasi zu Füssen. Heiß ist es, die Sonne brennt unerbittlich herunter und wir sind froh in Nicolos kühlem B&B zu sein – zuvor mussten wir allerdings mit tatkräftiger Unterstützung von Nicolò unsere Koffer noch einige Treppen durch eine schmale Gasse hinunter schleppen, aber das hat sich gelohnt. In einer kleinen Gasse der Oberstadt liegt das kleine B&B Melodia3 Suites von Nicolò und Salvo und es ist ein Ort, an dem wir uns von der ersten Sekunde an wohlfühlen. Liebevoll saniert, noch liebevoller und vor allem phantasievoll und individuell ausgestattet. Und mit einem Blick über die Stadt bis zum Meer, das heute irgendwo da ganz hinten im hellblauen Dunst liegen muss...

Bevor wir hinunter gehen in die Unterstadt von Noto, wo ein paar Dutzend Kirchen und besondere Palazzi warten – nicht umsonst hat Noto  den Beinamen "Garten aus Stein" – sehen wir uns aber erstmal in der Umgebung unseres B&Bs um. Wer in der Oberstadt durch die Gassen schlendert, der hat ein wenig das Gefühl in einer Art italienischer Westernstadt gelandet zu sein. Die niedrigen Häuser sehen teilweise wie Kulissen aus, scheinen oftmals unbewohnt zu sein, aber das täuscht vielleicht auch nur an diesem heißen frühen Nachmittag, wo sich alle hinter herunter gezogene Jalousien zurückgezogen haben. Auf der Straße ist jedenfalls niemand – und ja, vielleicht steht ja hinter dem nächsten Eck dann doch ein Cowboy mit gezücktem Colt... Wir drehen ein paar Runden und landen zufällig auch gleich vor dem Ristorante Crocifisso, das laut Slow Food Führer als eines der besten in Noto gilt. Ein Tisch ist schnell reserviert, warum auch nicht das kulinarische Highlight gleich am ersten Abend setzen? Und das wurde es, definitiv. Aber zuvor sind wir bereit das barocke Noto kennen zu lernen...

Allein schon wegen des großartigen Blicks auf Noto und über die Dächer Richtung Meer lohnt sich – bevor wir über viele Treppen hinunter steigen in das Altstadtzentrum von Noto – noch ein kurzer Besuch des Archivio di Stato von Noto. Ein freundlicher älterer Herr führt uns durch die Räumlichkeiten (der Eintritt ist gratis), die ein wenig Renovierung vertragen würden, aber dennoch eine gewisse Grandezza nicht verleugnen können. Der Ausblick von hier oben ist grandios und wir sehen bereits so einige Kirchen, denen wir in den nächsten Tagen einen Besuch abstatten wollen. Denn wer Barock mag, der hat hier einiges zu tun...

Aber jetzt hinunter, in die Altstadt rund um den Dom, denn wir wollen sehen, warum Noto die Hochburg sizilianischen Barocks genannt wird. Und dann erleben wir es zum ersten Mal, dieses ganz spezielle Abendlicht, das die ganze Altstadt, deren Gebäude fast zur Gänze aus hellem Kalktuff aus der Gegend errichtet wurden, in ein unglaublich warmes, honigfarbenes Licht taucht. Wir laufen durch die Gassen, staunen über imposante barocke Kirchenfassaden und feudale Hausfassaden mit großen Löwenköpfen oder zarten Nymphen, schauen in kleine Hinterhöfe und hinauf zu den großen Fenstern der prächtigen Stadtpaläste. Langsam färbt sich der Himmel hellrosa und intensiv blau zugleich, in den Palazzi hinter den Fenstern gehen die Lichter an und damit wirkt der gelbe Stein plötzlich noch wärmer. Was für ein Schauspiel! Die Stadt wirkt festlich und fröhlich zugleich...

Dabei hat die Stadt kein leichtes Schicksal im Gepäck: Das Erdbeben vom 9. Jänner 1693 zerstörte das ursprünglich, weiter landeinwärts gelegene Noto so nachhaltig, das man die Stadt aufgab und diese näher an der Küste neu gründder südlichen Ausläufer der Monti Iblei. Leider jedoch an einem Plateaurand, der geologisch gesehen nicht sehr stabil ist, wie ein Erdbeben 1990 zeigte. Das neue Noto erhielt 1703 einen Stadtplan, der Grundlage war für das heute einheitliche Stadtbild: Ein rechtwinkeliges Straßenraster mit drei Hauptachsen, die von Osten nach Westen verlaufen. Aufgefüllt wurde der Raster mit Kirchen und Palästen in spätbarocker Architektur. Wie auf einer großzügigen Theaterbühne sind hier opulente Kirchen und stolze Patrizierhäuser platziert, durch die Hügellage der Stadt wird dies noch stärker betont. Eine typisch barocke Szenerie: Hier ist die Architektur gleichsam die Bühne für das städtische Leben. Nicht umsonst hat Noto, das knapp 24.000 Einwohner hat, den Ruf ein städtebauliches Gesamtkunstwerk zu sein.

Am nächsten Tag starten wir unseren Barock-Marathon: Um uns einen ersten Überblick zu verschaffen durchqueren wir die Stadt entlang des Corso Vittorio Emanuele, so gelangt man auch in den Mittelpunkt der Stadt, auf die Piazza del Municipio. Hier stehen einander das Rathaus und der Dom mit seiner beeindruckenden Freitreppe gegenüber. Und natürlich führt hier auch die allabendliche Passeggiata der Bewohner der Stadt vorbei und wer sich in der Nacht auf den Treppen vor dem eindrucksvoll beleuchteten Dom niederlässt, dem entgeht nichts von diesem täglichen nächtlichen Spektakel.

Aufgefädelt wie bei einer Perlenkette liegen hier die zahlreichen barocken Kirchen Notos: Zum Beispiel die Franziskanerkirche San Francesco, die Rückseite des ehemaligen Klosters Santissimo Salvatore, in dem heute das Museo Civico untergebracht ist (das eine archäologische Sammlung und moderne Kunst beheimatet) oder gleich gegenüber die Chiesa di Santa Chiara, 1730 errichtet.

Er dominiert das Geschehen am Corso Vittorio Emanuele, auch dank seiner breiten Treppenrampe: Der Dom SS. Nicolò e Corrado, erbaut in den Jahren 1700-1770. Mit seiner prächtigen doppeltürmigen Fassade meldet er ganz eindeutig die Vorherrschaft an der Piazza del Municipio an. Wer sich das prachtvolle Portal näher ansieht, findet Informationen zum Leben des hl. Corrado. Dessen silberne Urne ist übrigens in der Kapelle des rechten Seitenschiffs verwahrt. Am 13. März 1996 stürzten nach starken Regenfällen das Dach und die Kuppel des Doms, die den dreischiffigen Innenraum überragt, ein, die Neuerrichtung dauerte bis 2007 an. Erst im Jahr 2009 wurden schließlich die Kuppelfresken von dem russischen Künstler Oleg Supereko geschaffen.

Gleich neben dem Dom schließt der Bischofspalast aus dem 19. Jahrhundert an und noch ein Stück weiter rechts befindet sich die Kirche SS. Salvatore, die zu dem gleichnamigen Kloster gehörte. Ihre Fassade zeigt den Übergang vom Barock zum Klassizismus, was der langen Entstehungszeit der Kirche geschuldet ist. Heute befindet sich im ersten Stock der Kirche ein kleines Stadtmuseum (Museo Civico), das u.a. Originalzeichnungen von Architekten, die am Wiederaufbau der Stadt nach dem großen Erdbeben beteiligt waren.

Zurück auf dem Corso Vittorio Emanuele findet man am Weg Richtung Osten die Kirche San Francesco. Auch sie muss man sich erst verdienen und über eine mächtige Treppe zu ihr hinauf steigen; Immacolata, "die Unbefleckte", wird sie auch genannt, und gehörte einst zum ehemaligen Kloster der Franziskaner. Im Kircheninneren findet man dann ein – für Sizilien – ungewohnt sparsames Stuckdekor, das ein wenig an Rokoko erinnert. Wer hier noch ein Stück weiter den Corso entlang spaziert, gelangt schließlich zum Stadttor, der Porta Reale, die 1838 zu Ehren Ferdinand II. von Bourbon gebaut wurde.

Hier muss man hinauf, auf das Dach der Kirche S. Carlo al Corso, denn von hier oben bietet sich ein wunderbarer Blick auf die Stadt und im besonderen auch auf den Dom mit seiner ausladenden Freitreppe, die von hier oben gleich noch mächtiger wirkt. Wir haben über eine enge Treppe das Dach der Kirche, die ebenfalls am Corso Vittorio Emanuele liegt, erklommen. Nun sind wir also am Glockenturm, der in die Fassade eingegliedert ist und die Stadt, deren Raster-Muster wir von hier oben gut erkennen können, scheint uns zu Füssen zu liegen... 

Nun geht es vom Dach wieder hinunter ins Kircheninnere, über die enge Treppe wieder hinab zu steigen, macht mich direkt ein wenig schwindlig. San Carlo al Corso ist eine Jesuitenkirche, mit großflächigen, farbenfrohen Fresken an der Decke des Mittelschiffs, und dem hl. Karl Borromeo geweiht. Errichtet gegen Mitte des 18. Jahrhunderts war sie die Kirche des inzwischen aufgelösten Jesuitenkollegs. Der Hochaltar stammt übrigens aus der alten Jesuitenkirche von Noto Antica, die dem großen Erdbeben von 1693 zum Opfer fiel.

Zeit für einen Theaterbesuch, allerdings tagsüber: Das Teatro Comunale Vittorio Emanuele an der Piazza XVI. Maggio wurde von Francesco Sortini Labisi entworfen und 1870 eingeweiht. Ursprünglich hatte der Adel der Stadt das Theater nur für sich errichten lassen. Wir haben das Theater an diesem Nachmittag ganz allein für uns und stellen uns vor, wie hier Ende des 19. Jahrhunderts Damen in eleganten Roben der Kunst frönen...

Schräg gegenüber, auf der anderen Seite der Piazza XVI. Maggio beschließen wir dann unseren Kirchenmarathon, denn es wird immer heißer und wir träumen vom Meer... Hier erheben sich imposant die Kirche S. Domenico und das ehemalige Kloster der Dominikaner. Auch diese Kirchenfassade wurde, wie so viele andere in Noto, von Architekt Rosario Gagliardi entworfen, sie wurde allerdings erst gut fünf Jahre nachdem die Kirche bereits fertiggestellt worden war, angebaut. Gagliardi stand an diesem Platz nicht viel Raum zur Verfügung, mit der stark vorgewölbten Fassade und der Treppe in Form eines Halbkreises holte der Architekt jedoch unübersehbar das Maximum heraus. Außen ist Gagliardi mit den konvexen Mauern, den prächtigen Säulen und Nischen ein Barock-Ensemble gelungen, das für viele das Sinnbild des barocken Noto ist. Innen überrascht uns die Kirche dann allerdings mit unerwarteter Schlichtheit. Aus dem kühlen Kircheninneren treten wir dann wieder auf die Piazza hinaus und unsere Augen bleiben an dem Brunnen hängen, der dort steht: Dieser Herkules-Brunnen stammt aus dem vom Erdbeben zerstörten Noto Antico. Herkules hat sich da übrigens einen richtig guten Platz gefunden, zwischen Palmen und stattlichen Bäumen...

Es ist das wohl auffälligste Gebäude der Stadt: Der Palazzo Nicolaci Villadorata, den 1737 der ehemals wohlhabendste Mann in der Provinz Noto errichten hat lassen, Barone Giacomo Nicolaci. Groteske und mythologische Figuren zieren den Palazzo und das für den Barock typisch Fratzenhafte, Groteske wirkt hier nicht schockierend, sondern eher ein wenig skurril oder ironisch. Man sollte sich die Zeit nehmen und die Salita Nicolaci hinauf gehen, um mit in den Nacken gelegtem Kopf und Blick nach oben all die Figuren, die da auf den Balkonen prangen, auf sich wirken zu lassen. Die Balkone sind reichlich mit Figuren verziert, neben Meerjungfrauen gibt es hier auch geflügelte Pferde, Engel oder Fratzengesichter zu entdecken. Ein wenig hat auch dies hier, wie so manches andere in Noto, Theaterkulissen-Charakter...

Wir sind müde, aber noch einmal raffen wir uns auf und steigen über die breiten Treppen hinauf zu den Räumen des Palazzo, die besichtigt werden können. Es muss fantastisch gewesen sein hier zu wohnen, na ja, vielleicht nicht gerade, wenn es mal einen ausnehmend kalten Winter gab auf Sizilien, aber was für eine Weitläufigkeit und war für ein Ausblick... Der barocke Palazzo, einst als Wohnsitz der Prinzen von Villadorata erbaut, verfügt über 90 Zimmer. Viele der Räume können heute noch besichtigt werden, in einem Teil des Palazzo ist jedoch die Stadtbibliothek untergebracht und in einem Flügel des großen Gebäudes kann man auch länger zu Gast sein: Das "Seven Rooms Villadorata" verwöhnt seine Gäste mit allen Annehmlichkeiten eines modernen Boutique Hotels, geführt übrigens von einer Piemonteserin. Wie sie hat es auch viele andere Italiener vom Festland auf die Insel gezogen, die hier nun ein Geschäft betreiben – von B&Bs über Restaurants  bis hin zu Modeboutiquen. Kommt man mit ihnen ins Gespräch, so lautet deren einhelliger Tenor: Das Licht, das Klima, die Lebensfreude, die Schönheit – wo anders findet man das so geballt? Wir können da immer nur zustimmend nicken...

Aber zurück zum Palazzo Nicolaci: Mein persönliches Highlight im Palazzo sind die wunderschönen unterschiedlichen, farbenprächtigen Bodenfliesen, von denen ich manche gerne einpacken und in meinen vier Wänden verlegen würde. Und dann setze ich mich im großen, mit Wandfresken ausgestalteten Ballsaal auf einen Sessel und lasse in meinen Gedanken Paare in prächtigen Gewändern an mir vorbei tanzen...

Mehr Noto, abseits von Kirchen und Palazzi gibt`s hier, außerdem machen wir einen Ausflug ins wunderschöne Siracusa. 

Lohnenswert ist auch ein Abstecher in die Villa del Tellaro (ca. 10 km südlich von Noto) mit Bodenmosaiken aus dem 4. Jhdt. n. Chr..

Noto liegt nicht weit entfernt von wunderschönen Stränden, Tipps dazu findet man hier.

Werbung aufgrund von Namensnennungen/Verlinkungen. Die Reise erfolgte ausschließlich auf eigene Kosten.

destination

NOTO

Noto liegt in der Provinz Siracusa im Südosten Siziliens und ist eine der schönsten sizilianischen Barockstädte und Weltkulturerbe der UNESCO. Ein großes Erdbeben 1693 zerstörte die Stadt vollständig, sodass die Stadt näher an der Küste neu gegründet wurde. Vier Architekten – Rosario Gagliardi, Paolo Labisi, Antonio Mazza und Vincenzo Sinatra – machten Noto damals zu dem, was es heute ist: Eine wunderschöne Barockstadt, die zwar ein einheitliches Stadtbild hat, aber dessen Gebäude – Kirchen wie auch Paläste – sich dennoch individuell und vielfältig präsentieren. Dank des hellen Kalktuffs aus der Gegend, aus dem die meisten Gebäude der Stadt gebaut sind, erstrahlt Noto in einem einzigartigen, honigfarbenen Licht. Wer nach Sizilien reist, sollte diese kleine Stadt auf keinen Fall auslassen...

gut schlafen

Himmlisch schlafen in Noto, das ist in dieser Stadt kein Problem.

Besonders ans Herz gewachsen ist uns das B&B Melodia 3 Suites in der Oberstadt von Noto: Mit tollem Blick über die Dächer Notos bis zum Meer und herzlichen Gastgebern wie aus dem Bilderbuch. In 7 Gehminuten ins Zentrum.

Ein Apartment mit Wohlfühlgarantie: Das Numero 22 gleich hinter dem Corso Vittorio Emanuele, mit einer Dachterrasse, die man am liebsten nach Hause mitnehmen möchte, und nur 2 Minuten Gehdistanz ins Zentrum.

gut essen & trinken

Wer in Noto schlecht isst, ist selbst schuld. Oder aber vermutlich nicht in Noto. So einfach ist das, dennoch gibt es hier ein paar Tipps, wo es sich besonders gut essen lässt: Manna, Crocifisso und lässig essen in Noto.

Lesetipp

Die Investition lohnt sich: Mit dem Sizilien Kunst-Reiseführer von Dumont ist man bestens gerüstet für einen Barockkirchen-Marathon in Noto.